Das orthodoxe Wiedererwachen in Rußland im Vergleich zum Westen – Priestermönch Seraphim Rose, Kalifornien, USA (+1982)

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COMING HOME – ORTHODOXY

Das orthodoxe Wiedererwachen

in Rußland im Vergleich zum Westen

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Priestermönch Seraphim Rose,

Kalifornien, USA (+1982)

Auszug aus: Der Königsweg in der Postmoderne-Priestermönch Seraphim Rose. Edition Hagia Sophia

Der Kollaps der Ideologie

Als erstes sehen wir in Rußland den Zusammenbruch einer allgemein geglaubten Ideologie, auf der die Gesellschaft gründet und die sie in Gang hält. Der Beginn des religiösen Erwachens in Rußland wird unabänderlich von einem Verlust an Vertrauen und an Glauben in den Kommunismus begleitet — und dieser vorerst nicht als politisches und ökonomisches System, sondern als ein Glaube. Dies ist natürlich, weil der erste Artikel des kommunistischen Glaubens der Atheismus ist, jene „Staatsreligion“ der UdSSR, die nur als Ersatz für den Glauben an Gott Sinn macht. Glaube an Gott ist natürlich mit Unglauben gegenüber dem Atheismus und dem Kommunismus verbunden und gerade deshalb ist das religiöse Wiedererwachen in Rußland heute nicht etwas schlichtweg Persönliches, sondern es nimmt den Charakter einer nationalen Bewegung an.

Auf den ersten Blick mag es den Anschein haben, daß unsere Situation im Westen nicht sehr anders ist. Auch im Westen sehen wir den Kollaps der allgemein geglaubten Ideologie des Fortschritts, der Demokratie und der so genannten „Aufklärung“ — eine verweltlichte Religion, die bis in die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts fraglos von jedermann in Amerika und im westlichen Europa angenommen worden ist. Die „Beat-“ und „Hippie“-Bewegung der 50er und 60er Jahre waren nur der Anfang für eine Haltung der Desillusionierung, die jetzt in der westlichen Gesellschaft weit verbreitet ist — und dies so sehr, daß ein Sprecher wie Solschenizyn dem Westen frei heraus sagen kann, er habe den Willen verloren, gegen den Kommunismus zu kämpfen, weil wir keinen Glauben in unser System haben, der tief genüg wäre.

Endstation der Zivilisation

Zusammen mit dem Verlust des Vertrauens in eine allgemein geglaubte Ideologie ist sowohl in Rußland als auch im Westen die Empfindung gereift, daß die Zivilisation an eine Endstation gelangt ist. In Rußland ist da das Gefühl, der Kommunismus sei am Ende als eine Macht, die nur noch eine kleine Gruppe unbarmherziger Fanatiker begeistern kann und daß der Kommunismus nur noch als nackte Kraft aufrecht bleibt — in der Armee und in der geheimen Staatspolizei. Im Westen ist das Fehlen des Willens, was Solschenizyn richtig diagnostiziert hat, ein direktes Ergebnis des Gefühls, daß der Westen keine Ideologie mehr hat, für die es zu sterben wert wäre.

Suche nach dem Glauben

Schließlich haben der Zusammenbruch der allgemein geglaubten Ideologie und die Empfindung der Endstation, wozu dies führt, sowohl Rußland als auch den Westen zu einer Suche gebracht, um in der Form eines religiösen Glaubens daraus herauszufinden. Es gibt zweifelsohne mehr Interesse an Religion, mehr Gespräche (über das Christentum wie über nicht christliche Religionen) sowohl in Rußland als auch in der freien Welt als je zuvor seit Jahrhunderten. Von diesen Gesprächen beziehen sich in Rußland wahrscheinlich die meisten auf die Orthodoxie. Auf diese Bewegung des religiösen Wiedererwachens möchte ich unsere Aufmerksamkeit nun lenken, und dabei zunächst auf Rußland und danach darauf schauen, wie Rußlands Erfahrung uns im Westen betrifft.

Eine typische Bekehrung

Laßt uns zuerst auf die Bekehrung eines Menschen in Rußland schauen. Die wir zur Orthodoxie bekehrte Konvertiten sind, können wir unsere eigene Erfahrung, zum Glauben zu kommen, mit dieser typischen Bekehrungserfahrung in Sowjet-Rußland vergleichen und in Kontrast stellen. Und jene, die „orthodox geboren“ sind, können umso mehr lernen, den Glauben als Schatz zu bewahren, wenn ihr seht, durch welche Qualen ein Mensch oft geht, um ihn zu finden. Dies ist die Erfahrung von Juri Maschkov0, ein vor drei Jahren aus Rußland emigrierter. Er wurde eingeladen, anläßlich des Russia Orthodox Labor-Day Conference in New Jersey im Jahre 1978 zu sprechen, gerade drei Monate, nachdem er in Amerika angekommen war. Ich werde einen Teil seiner Rede zitieren und dabei meine Kommentare dazu abgeben. Er beginnt damit, als er eingeladen wurde, eine Rede zu halten, „bin ich verstört gewesen. Es schien mir, daß ich euch nichts zu sagen habe. Die erste Lebenshälfte verbrachte ich als Student und die zweite Lebenshälfte brachte ich in Gefängnissen und politischen Konzentrationslagern im Gulag zu. Was kann ich den Leuten schon sagen, die gebildeter als ich sind, die ja selbst besser über die Ereignisse in der Sowjetunion informiert sind?“

Bereits hier tritt ein schlagender Kontrast zur Erfahrung von uns westlichen Konvertiten, aber auch der meisten Russen im Westen, auf. Für gewöhnlich haben wir viele Bücher über die Orthodoxie gelesen (wenn wir an unserem Glauben interessiert sind), und wir haben ein breites theoretisches Wissen darüber. Sodann haben wir eine sichere Kindheit und keine Erfahrung mit Repression oder mit dem Gefängnis gemacht. Doch ist dies ein Mensch, der unfreiwillig spricht, und dies nicht aus Bücherwissen und nach einer sicheren Vergangenheit, sondern schlicht aus seiner eigenen Erfahrung im Leiden. Bereits hier können wir etwas lernen.

Er fährt fort: „Darum habe ich mich entschlossen, meine Rede nicht niederzuschreiben, sondern zu sagen, was auch immer Gott mir in meine Seele eingibt. Und als wir dann aus Bridgeport, Connecticut, forteilten in einem prächtigen Auto über die erstaunlichen Autobahnen inmitten einer üppigen Natur, da begriff ich, daß mein ganzes im Geistlichen quälendes Leben im kommunistischen ‚Paradies‘, mein Weg vom Atheismus und vom Marxismus zum orthodoxen Glauben und zum russischen Nationalismus hin die einzige Information mit Wert ist, die euch interessieren kann. Mein Leben ist nur insofern von Interesse, als es ein Tropfen in den Ozean der religiösen und nationalen Wiedergeburt Rußlands ist.“

Auch hier können wir im Westen einen großen Unterschied zu unserer eigenen Erfahrung empfinden. Einige dieser Punkte mögen wie kleine Details erscheinen, doch sie offenbaren unseren geistlichen Zustand sehr. Wir im Westen haben gelernt, prächtige Autos, Autobahnen und die schöne Natur als gegeben hinzunehmen — wir würden keinen Kommentar über dergleichen abgeben. Doch solche Dinge, welche die Annehmlichkeit des Lebens in unserem Amerika darstellen, sind in der Sowjetunion unbekannt. Kürzlich sprach ich mit einer Emigrantin aus der UdSSR, und sie sprach von einer Verlogenheit und vom Verbrechen im heutigen Rußland, was uns in der freien Welt nahezu unbegreiflich ist: Sie liegt darin, daß ein Schriftsteller schön über die Blumen auf einem Feld sprechen und dabei die Tatsache verschweigen kann, daß dieses Feld der Ort von Folter und Ermordung unschuldiger Leute war. Ganz Rußland ist mit solchen Plätzen übersät. Und an einem dieser Orte, beim Konzentrationslager von Solovki werden die Touristen gewarnt, „auf den Wegen zu bleiben“ —, weil einige davon weggegangen sind und unerwartet menschliche Knochen fanden, die aus der Erde herausragten —, Überreste von Tausenden, die dort ermordet wurden. Wenn dies die Erfahrung eures Landes ist, dann könnt ihr euch nicht mit prächtigen Autos, Autobahnen und der Natur wohl fühlen. Dann ist da ein Schmerz in eurer Seele, der nach etwas Tieferem sucht.

„Ich wurde (fährt er fort) im blutigen Jahr 1937 im Dorf Klishev geboren, fünfundvierzig Kilometer von Moskau entfernt (in der Gegend von Ryazan). Mein Vater war von Beruf Schmied und starb im Krieg. Ich habe keine Erinnerungen an ihn. Meine Mutter arbeitete an mehreren Stellen, und sie war der Religion gegenüber gleichgültig. Ja, meine Großmutter war religiös, doch sie hatte in meinen Augen keine Autorität, weil sie vollauf Analphabetin war. Selbstverständlich wurde ich als Kind getauft, doch in meinen Schuljahren nahm ich mein Kreuz ab und bis zum Alter von 25 Jahren war ich überzeugter Atheist. Nachdem ich die siebenjährige Primarschule absolviert hatte, hatte ich das gut Glück, in Moskau in die höhere Schule für Kunst und Industrie einzutreten (in die frühere Stroganov Schule). Dort studierte ich fünf Jahre von sieben. So hat mein Leben äußerlich sehr erfolgreich begonnen … Mit der Zeit sollte ich das Diplom eines Künstlers erlangt haben und imstande, überall zu arbeiten, wo ich wollte.“

Dies ist ein typisches sowjetisches Leben — doch wie ernüchternd im Vergleich zu unserem wohl behüteten Leben in Amerika! Geboren in den „blutigen“ Jahren, nicht eines Krieges mit einem äußeren Feind, sondern von Stalins Säuberungsaktionen und Liquidationen, hat er den Vater im Krieg verloren und wuchs in einer Atmosphäre des Atheismus auf (wenn auch mit Erinnerungen an die orthodoxe Vergangenheit, insbesondere an die Taufe). Er hatte eine gute Zukunft in Aussicht in jenem sowjetischen Schulsystem, das so sehr auf Wettbewerb ausgerichtet ist. Dies alles ist eine weitaus andere Erfahrung als diejenige der Jugend unserer westlichen Welt. Doch dann stieß ihm etwas zu.

„Doch das langweilige Sowjetleben und die fehlende geistliche Befriedigung ließen mir keine Ruhe. Irgendwann am Ende des Jahres 1955, als ich 19 war, geschah etwas äußerlich Bemerkenswertes, das mein Leben auf den Kopf stellte und mich (schließlich) hierher brachte. Dieses Ereignis geschah in meiner Seele und bestand aus der Tatsache, daß ich begriff, in welcher Art Gesellschaft ich da lebte. Ungeachtet aller nackten sowjetischen Propaganda verstand ich, daß ich unter einem Regime absoluter Rechtlosigkeit und bedingungsloser Gewalt lebte. Sehr viele Studenten kamen zu jener Zeit zur selben Schlußfolgerung wie ich und mit der Zeit traten jene in Erscheinung, die wie ich dachten. Wir alle erachteten es als unsere Pflicht, den Leuten unsere Entdeckung mitzuteilen und irgendwie gegen den Triumph des Bösen zu handeln.“

Hier ist etwas Ähnliches mit der idealistischen Jugend im Westen und hier ist das Erwachen eines Bewußtseins für Wahrheit und höhere Werte, wie es in diesem Alter allgemein erfahren wird — mit der wichtigen Ausnahme, daß der Hintergrund dieser Erfahrung in Rußland ein schwieriges Leben, Leiden und Terror ist, während im Westen für gewöhnlich ein voller Bauch, ein leichtes Leben und eine Fülle von Freizeit vorherrscht. Im Westen hat diese jugendliche Erfahrung aus unterschiedlichen Gründen zu den zahlreichen Demonstrationen in den vergangenen Jahrzehnten geführt, einige von ihnen von äußerst niedrigem und unwürdigem Niveau. In der UdSSR ist das Ergebnis indes ein anderes.

„Doch der KGB schaut sorgsam nach allen Bürgern der UdSSR. Und als wir uns am 7. November 1958 zu einem Organisationstreffen versammelten (ich war damals 21 Jahre alt), um die Frage nach einem Untergrund-Samizdat zu entscheiden, wurden sechs von uns verhaftet und alle, die nicht bereuten, erhielten die Höchststrafe wegen anti-sowjetischer Agitation — jeder sieben Jahre Konzentrationslager. So begann in meinem Leben ein neuer Weg.“

Es sollte vermerkt werden, daß nichts über irgendeine religiöse Bekehrung gesagt wird. Dies ist immer noch jugendlicher Idealismus darüber, im Gulag auf die Probe gestellt zu werden.

„Alle zehn waren wir Atheisten und Marxisten des Lagers ‚Euro-Kommunist‘. Das heißt, wir glaubten, der Marxismus in sich selbst, sei eine wahre Lehre, welche die Leute in eine lichte Zukunft führte, ins Reich der Freiheit und der Gerechtigkeit. Und die Kriminellen aus Moskau wollten diese Lehre nur nicht im Leben anerkennen. Im Konzentrationslager erstarb diese Idee vollständig und auf immer in uns.“

Und jetzt beginnt die geistliche Wiedergeburt.

„Ich möchte etwas vom Prozeß der geistlichen Wiedergeburt offen legen, damit ihr sehen könnt, wie unfehlbar er in den Russen vor sich geht. Nicht nur ich und jene mit mir waren es, die jenen geistlichen Weg vom Marxismus zum religiösen Glauben durchmachten … Dies ist eine typische Erscheinung der sowjetischen Konzentrationslager.“ (Er erwähnt Vladimir Osipov und Diakon Barsanufi Haibulin als Beispiele jener, die als Atheisten in die Konzentrationslager kamen und sie als orthodoxe Gläubige verließen.) „Was geht mit diesen Russen vor sich? Der Prozeß der geistlichen Wiedergeburt hat zwei Stufen. Zunächst erwägen wir die Essenz des Marxismus und werden von jeglichen Illusionen diesbezüglich befreit. Unter einer tiefgreifenden und gedankenreichen Analyse entdecken wir, daß der Marxismus in seiner Essenz eine Lehre des vollständigen Totalitarismus ist, das heißt, absolute kommunistische Sklaverei. Und wenn sie einmal die Verwirklichung des marxistischen Programms unternommen hat, wird jede kommunistische Partei in jedem Land gezwungen zu wiederholen, was die Moskauer Kommunisten getan haben und tun, oder sie muß dem Marxismus eine Absage erteilen und sich selbst liquidieren. Wenn wir diese schlichte Wahrheit einmal verstanden haben, verlieren wir die ideologische Basis, mit welcher wir uns der marxistischen Sklaverei widersetzten.“

Diese Erfahrung ist nicht viel anders als das, was im Westen geschieht, wenn eine junge Person ihre Illusionen in Bezug auf Demokratie und Fortschritt verliert, auch wenn dies für gewöhnlich eine weniger extreme Erfahrung ist, als das was in Rußland geschieht, wo der Kommunismus praktisch „Staatsreligion“ ist. Doch die nächste Stufe der „geistlichen Wiedergeburt“ geschieht in Rußland unter ganz anderen Umständen.

„Wenn wir ins Lager kommen, sind wir Russen von Feinden umgeben, weil die Nationalisten jeglicher Färbung (Ukrainer, Balten, Armenier, Usbeken und andere) die historische Einzigartigkeit der marxistischen Diktatur nicht begreifen, gehen sie den Weg des geringsten geistigen Aufwands und identifizieren die internationale Macht (des Kommunismus) mit der orthodoxen Monarchie und klagen uns Russen des Chauvinismus an. So gibt es nirgends Rettung: Einerseits vernichten uns die Kommunisten, andererseits bereiten die Nationalisten das Gleiche für uns vor. Wenn wir aus dem Lager befreit sind, sind unsere Aussichten so, wie wir es keinem Feind wünschen möchten: Entweder ins Lager zurückzugehen um für den Rest unseres Lebens dort zu bleiben oder in einem psychiatrischen Gefängnis zu sterben oder sich durch die Tschekisten ohne Gerichtsverfahren und Untersuchung ermorden zu lassen.

In dieser Verfassung der geistlichen Krise ohne Ausweg kommt unausweichlich die Hauptfrage zum Weltbild auf: Wozu lebe ich, wenn es keine Rettung gibt? Und wenn dieser angsterfüllte Augenblick kommt, fühlt ein jeder von uns, daß der Tod ihn schon an der Gurgel gepackt hat: Wenn keine Antwort irgendeiner Art kommt, gelangt das Leben zu einem Ende, weil ohne Gott nicht nur ‚alles erlaubt ist‘, sondern das Leben selbst keinen Wert und keinen Sinn hat. Ich sah im Lager, wie Leute ihren Verstand verloren und im Selbstmord endeten. Und ich selbst spürte deutlich, wenn ich nach alledem zur unverrückbaren und endgültigen Schlußfolgerung kommen sollte, daß es keinen Gott gibt, dann bin ich schlicht verpflichtet, im Selbstmord zu enden, weil es für ein Geschöpf mit Vernunft schändlich und herabsetzend ist, ein sinnloses und peinigendes Leben auszustehen. So entdecken wir auf der zweiten Stufe der geistlichen Wiedergeburt, daß der Atheismus bis zu seinem logischen Ende gedacht einen Menschen unausweichlich ins Verderben bringt, weil es eine Lehre der Unsterblichkeit, des Bösen und des Todes ist.“

Diese Erfahrung ähnelt auch dem, was gewisse westliche Konvertiten erfahren haben. Doch die Dringlichkeit der Situation auf Leben und Tod, in der er sich vorfand, von Angesicht zu Angesicht mit dem sowjetischen Terrorapparat, ergreift eine tiefere Ebene, als wir hier es je erfahren haben.

„Ein tragisches Ende (Selbstmord oder Irrsinn) wäre auch mein Los gewesen, wenn zu meinem Glück sich am 1. September 1962 nicht das größte Wunder in meinem Leben ereignet hätte. An jenem Tag geschah nichts, es gab keine Impulse von außen. Ganz allein dachte ich über mein Problem nach: ‚Sein oder nicht sein?‘ Zu jener Zeit hatte ich mir schon hinlänglich vergegenwärtigt, daß der Glaube an Gott rettet. Ich wollte wirklich sehr an Ihn glauben. Doch ich konnte mich nicht täuschen: Ich hatte keinen Glauben.

Und plötzlich kam da eine Sekunde, als ich zum ersten Mal irgendwie sah (als ob sich eine Tür geöffnet hätte aus einem dunklen Raum heraus auf eine sonnige Straße), und in der nächsten Sekunde wußte ich schon mit Sicherheit, daß es Gott gibt und daß Gott jener Jesus Christus der Orthodoxie ist, und nicht ein Hindu, ein Buddhist, ein Jude oder ein anderer Gott. Ich nenne diesen Augenblick das größte Wunder, weil dieses genaue Wissen nicht zu mir kam durch räsonieren (das weiß ich sicher) sondern irgendwie anders. Und ich bin außerstande, diesen Augenblick rational zu erklären … Und durch ein solches Wunder begann mein geistliches Leben in Konzentrationslagern und Gefängnissen und in einer erzwungenen Emigration. Ich hoffe, Gott wird mir helfen, all die Schwierigkeiten eines Emigrantenlebens zu ertragen.

Und dieser ‚Augenblick des Glaubens‘, dieses größte Wunder wird jetzt in Rußland von Tausenden erfahren und nicht nur in Konzentrationslagern und Gefängnissen. Igor Ogurtsov, der Gründer der Social-Christian Union kam nicht in den Lagern zum Glauben, sondern an der Universität. Die religiöse Wiedergeburt ist ein typisches Phänomen im zeitgenössischen Rußland. Alles, was geistlich lebendig ist, kehrt unausweichlich zu Gott zurück. Und es ist absolut offensichtlich, daß ungeachtet der ganzen Macht der kommunistischen Politik ein solches rettendes Wunder nur vom allmächtigen Gott vollzogen werden kann, Der das russische Volk nicht in schrecklichem Leiden und in scheinbarer vollständiger Verteidigungslosigkeit gegenüber den vielen Feinden gelassen hat.“

Heilige Ia von Irland & Cornwall (+450)

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GREAT BRITAIN OF MY HEART

IRELAND OF MY HEART

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Heilige Ia von Irland & Cornwall (+450)

Heilige Ia ist eine kornische Heilige, deren Tradition mindestens bis in das 5. Jahrhundert zurückgeht und nach der die Hafenstadt St Ives benannt wurde. Sie ist auch unter den Namen Ives und Hya bekannt. Ihr Gedenktag ist der 3. Februar.

Ia eine irische Jungfrau nobler Herkunft, die zu spät die irische Küste erreichte, um Gwinear und seine Begleiter auf ihrer Reise nach Cornwall zu begleiten. In ihrer Verzweiflung ließ sie sich auf dem Strand zu einem Gebet nieder, wonach sie ein kleines auf dem Wasser schwimmendes Blatt entdeckte. Als Ia das Blatt mit ihrem Stab berührte, vergrößerte es sich auf wundersame Weise zu der Größe eines Bootes, das Ia aufnehmen und nach Cornwall bringen konnte, wo sie noch vor Gwinear ankam.

In der damaligen Gemeindekirche befand sich auch ihr Grab. Venton Ia, eine Quelle in der Nähe des Porthmeor Beach, eines der beiden zu St Ives gehörenden Strände, ist ihr ebenfalls geweiht. Ferner wurde Ia eine Kapelle in Troon bei Camborne zugeeignet. Auch die bretonische Gemeinde Plouyé, deren Name „Gemeinde der Ia“ bedeutet, könnte mit derselben Heiligen in Verbindung stehen.

Quelle: Wikipedia

Beichte: Christus schickte Apostel Paul zu einem Beichtvater – Pfarrer Johannes Kostof

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EDELWEISS OF MY HEART

Beichte: Christus schickte Apostel Paul zu einem Beichtvater

Pfarrer Johannes Kostof:

Ein Altvater (Beichtvater) vom Berg Athos in Griechenland sagte: “Die hohe Kunst ist wie man sich selbst rettet, um die Ewigkeit zu gewinnen und für diese Kunst braucht man einen Lehrer. Man kann die Kunst nicht nur aus den Büchern lernen.
Deshalb hat Christus, als er dem Apostel Paul erschien, ihn sofort zu einem Beichtvater, dem Apostel Ananias geschickt. Er sollte ihn belehren und beraten”.

Video: Dankeswallfahrt zum Heiligen Berg Athos

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VIDEOS OF MY HEART

Dankeswallfahrt zum Heiligen Berg Athos

Hl. Johannes Maximowitsch von Shanghai und San Francisco (+1966) – 2. Juli

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ST JOHN MAXIMOVITCH OF SAN FRANCISCO

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Hl. Johannes Maximowitsch

von Shanghai und San Francisco (+1966)

2. Juli

Hl. Johannes von Shanghai und San Francisco (weltlicher Name Michail Borissowitsch Maximowitsch, russisch Михаил Борисович Максимо́вич; * 4. Juni (jul.)/ 16. Juni 1896 (greg.) im Dorf Adamowka im Gouvernement Charkow (heute Ukraine); † 2. Juli 1966 in Seattle) war Bischof der Russischen Auslandskirche und ist ein Heiliger der Orthodoxen Kirche. Von vielen orthodoxen Christen wird er als Wundertäter verehrt.

Leben

Michail ist aus der Familie Maximowitsch, der auch der in ebenfalls in der orthodoxen Kirche heiliggesprochene Johannes von Tobolsk (1651–1715) entstammt. Der Vater Michail war adeliger Marschall und sein Onkel Rektor der Kiewer Universität. Von 1907 bis 1914 besuchte er die Militärschule von Poltava, 1918 schloss er sein Studium an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität in Charkiw ab. 1921, in der Zeit des russischen Bürgerkriegs, kam die Familie nach Belgrad, wo Michail bis 1925 an der dortigen Universität Theologie studierte. 1924 wurde er von Metropolit Antoni Chrapowizki zum Lektor in der russisch orthodoxen Kirche ordiniert. 1926 empfing er als Johannes die Tonsur zum Mönchsstand und am 21. November desselben Jahres wurde er zum Mönchspriester geweiht. Von 1925 bis 1927 war er Religionslehrer an einer staatlichen serbischen Schule und von 1929 bis 1934 war er Lehrer und Tutor am serbischen Seminar des Heiligen Johannes des Theologen in Bitola, wo er die Göttliche Liturgie auch in griechischer Sprache zelebrierte. Bitola gehörte zur Diözese von Ochrid, in der damals Nikolaj Velimirović Bischof war. Der von der serbisch orthodoxen Kirche heiliggesprochene Bischof soll des Öfteren gesagt haben: „Wenn du einen lebenden Heiligen sehen willst, geh nach Bitola zu Vater Johannes.“ Auch auf die Studenten machte der asketische Priestermönch einen starken Eindruck.

Am 28. Mai 1934 wurde Johannes von Metropolit Antoni Chrapowizki zum Bischof geweiht. Der an einem Sprachfehler leidende Mönch protestierte zwar anfangs gegen die Ernennung, fügte sich aber dann im Gehorsam gegenüber seinen Vorgesetzten. Der auch körperlich kleine und schwach wirkende Bischof Johannes wurde nach Shanghai gesandt. Dort traf er auf eine auf Grund eines Jurisdiktionskonflikts zerstrittene Kirche und eine unfertige Kathedralkirche. Außerdem lebte ein Großteil der orthodoxen Gläubigen, unter denen viele Flüchtlinge aus der Sowjetunion waren, unter prekären Verhältnissen. Der Bischof versuchte den Menschen zu helfen und gründete unter anderem ein Waisenheim, in dem im Laufe der Zeit insgesamt 3.500 Kinder Zuflucht fanden. Bischof Johannes selbst lebte sehr einfach, trug nur billige chinesische Kleidung und ging oft barfuß, was ihm auch Kritik eintrug. In der Zeit der japanischen Besatzung geriet die russischsprachige Gemeinschaft unter großen Druck, in dieser Situation erklärte sich der Bischof selbst für eine begrenzte Zeit zum Leiter der russischen Kolonie.

Mit der Herrschaft des Kommunismus in China floh der Bischof mit den meisten Russen auf die Philippinen. 1951 wurde Bischof Johannes nach Westeuropa geschickt, zuerst nach Paris und dann nach Brüssel. Hier wendete er seine Aufmerksamkeit nicht nur der russischen Diaspora zu, sondern auch der lokalen Bevölkerung vor Ort. So wie er früher in Griechisch oder Chinesisch zelebrierte, feierte er nun die Liturgie auch auf Holländisch oder Französisch. Er gliederte auch westliche Heilige aus der Zeit vor dem morgenländischen Schisma in den orthodoxen Kalender ein.

1962 wurde Bischof Johannes nach San Francisco gesandt und dort zum Erzbischof. In San Francisco traf er auf eine ähnliche Situation wie 28 Jahre vorher in Shanghai: Eine gespaltene russische Gemeinschaft und eine unfertige Kathedrale. Wie in Shanghai schaffte es der nunmehrige Erzbischof auch hier, Frieden herzustellen und den Kathedralbau zu vollenden. In San Francisco wurde der Erzbischof aber auch angefeindet und wegen angeblicher Veruntreuung von Gemeindevermögen vor Gericht gebracht, dort aber vollständig entlastet. In seinen letzten Lebensjahren wurden zwei Charakterzüge des Bischofs deutlich sichtbar: einerseits eine Strenge etwa in Weiterlesen „Hl. Johannes Maximowitsch von Shanghai und San Francisco (+1966) – 2. Juli“

Der selige Paisios, der Agiorit, Griechenland (+1994)

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SAINT PAISIOS OF MOUNT ATHOS

Der selige Paisios, der Agiorit, Griechenland (+1994)

Quelle:

Der selige Paisios, der Agiorit

Der selige Paisios, der Agiorit

ORTHODOXE EINHEIT

Mit Beschluss der ständigen Synode des Ökumenischen Patriarchats in Konstantinopel wurde am Dienstag, 13. Januar 2015, der Mönch Paisios der Agiorit in den Heiligenkalender der Orthodoxen Kirche eingetragen. Die Freude ist groß, denn der neue Heilige der Kirche ist vielen Menschen persönlich bekannt, hat vielen Gläubigen geholfen, ist wegweisend in seinen Schriften. Wer ihm begegnen durfte, erlebte reine Liebe und absolute Demut, einen Gottes- und Menschenfreund.

Gerontas Paisios stammt aus Kleinasien, wo er am 25.7.1924 im Dorf Phásara als siebtes von 10 Kinder der Prodromos und Evlogia Eznepidis (d.h. türkisch Ausländer) geboren wurde. Der Pfarrer des Ortes war der heilige Arsenios der Kappadokier (1841-1920), der bei der Taufe statt Christos seinen eigenen Namen dem kleinen Säugling gab. Nur wenige Tage wurde die griechische Enklave vertrieben und ausgesiedelt. Über Kerkyra und Igoumenitsa zog die Familie nach Kónitsa im Epiros. Der kleine Arsenios fiel schon früh durch sein Interesse am Lesen des Evangeliums und von Heiligengeschichten auf, er sonderte sich ab und versuchte das Gelesene nachzuahmen und asketisch zu leben. Später erlernte er die Holzschnitzerei, die er auch auf dem Athos ausübte. Im Alter von 21 Jahren wurde er 1945 zum Militärdienst eingezogen und als Funker im Bürgerkrieg gegen die kommunistischen Partisanen eingesetzt. Immer wieder benutzte er Begriffe und Bilder aus der Funkersprache, um das Verhältnis des Menschen zu Gott zu erklären.

Anschließend versuchte er 1949, auf dem Heiligen Berg Athos einen geistlichen Vater zu finden und begann 1950 im Kloster Esphigmenou das gemeinschaftliche monastische Leben. Sowohl sein asketischer Eifer wie auch seine Gnadengaben zeigten sich schon sehr früh. Eine Frucht seiner intensiven Lektüre geistlicher Schriften ist ein handschriftliches Heft, in dem der Selige wichtige geistliche Texte zusammengetragen hat. Dieses Heft wurde von Erzpriester Georgios Manos, Pfarrer der griechisch-orthodoxen Gemeinde in Hamburg, mit dem griechischen Titel „Texte der Reue und Beichte“ 2009 publiziert. 1954 wurde der Dokimos Arsenios im Alter von 30 Jahren zum Rason-Mönch Averkios geschoren.

Seit seinem ersten Athosbesuch folgte er dem Rat von Papa-Kyrillos in der Skiti Panteleimos unterhalb von Koutloumousiou, der später Abt des Klosters wurde. Dieser riet ihm nach seiner ersten Tonsur ins idiorhythmische Kloster Philotheou zu wechseln, welches mitten auf der Halbinsel abseits jeder Strassen und Schiffshäfen gelegen ist. Dort wurde er 1957 zum Mönch Paisios geschoren und erhielt das kleine S’chima. Vorher erkrankte er schwer und musste seine Lungen außerhalb des Heiligen Berges in Konitsa kurieren. Die Verbindung in die Heimat seiner Jugend blieb bestehen, und 1958 kehrte er wieder dorthin zurück, um das verbrannte Gottesmutterkloster Stomion aufzubauen und der protestantischen Mission unter den Flüchtlingen entgegenzuwirken. In dieser Zeit hob er auch die Reliquien des heiligen Arsenios, seines Taufpriesters, dessen Name er als Kind getragen hatte, aus dessen Grab. Später übergab er sie dem von ihm gegründeten Frauenkloster in Souroti. Außerdem schrieb er die Lebensgeschichte des Heiligen nieder.

1962 siedelte er ins Katerinenkloster am Berg Sinai in Ägypten und bezog eine Einsiedelei nördlich-östlich des Klosters gegenüber der Treppe zum Mosesberg mit einem einmaligen Blick auf beide Bergspitzen, der 10 Gebote und des Ortes, an dem die Gebeine der heiligen Katerina von den Engeln niedergelegt waren. Erzbischof Damianos war bereits damals im Kloster und in geistlicher Freundschaft dem seligen Paisios verbunden. Auch Tarfa, einen Ort auf dem halben Weg zwischen dem Kloster und Faran, der eine Einsiedelei für Nonnen geworden ist, hat der Heilige ausgesucht.

Da das Leben in der Felswüste des Sinai klimatisch hart ist, musste der selige Paisios 1964 seine Einsiedelei auf der Felswand der heiligen Galaktion und Epistimi wieder verlassen und ließ sich in der athonitischen Skiti des Klosters Iwiron nieder, stellte sich aber unter die geistliche Führung des russischen Priestermönchs Papa-Tychon im Kelli des Ehrwürdigen Kreuzes oberhalb von Stavronikita. Über diesen Gerontas, der ihn am 11.1.1966 des Großen S’chimas würdigte, hat der seligen Paisios später in seinem Buch über Athonitische Väter geschrieben. Damals wurde sein nicht auskuriertes Lungenleiden immer schlimmer, und schließlich verlor er bei einer Operation über die Hälfte seiner Lungen. Im folgenden Jahr wechselte er in den Erimos des Athos, die asketische Felsengegend am Athosmassiv in Katounakia, um sich im Kelli des Hypatios abgeschieden von allen Menschen ganz dem Gebet zu widmen. Er blieb aber nur ein Jahr, da er sein Versprechen einlösen wollte, dem späteren Abt Basileios von Stavronikita und Iwiron, den er aus der Skite Iwiron kannte, beim Aufbau des heruntergekommenen kleinen Athosklosters Stavronikita als Koinobion nach Kräften zu helfen. Dort konnte er auch in der Nähe seines geistlichen Vaters Tychon (1884-1968) leben, dessen Kelli er erben durfte. In diesem Kelli begann der Strom der Pilger und Hilfesuchenden, der sich fortsetzte und noch intensivierte, als der 1979 ins Kelli Panagouda wechselte.

Für viele Menschen wurde er Wegweiser, aber auch Fürbitter und auch Wundertäter. Wenn im Gottesdienst gesagt wird: „Auf die Gebete unserer heiligen Väter …“ so können viele Menschen bezeugen, dass sie aufgrund der Gebete des seligen Vaters Paisios lebten und geistliche Fortschritte machten. Vor allem aber seine Menschliebe, Freundlichkeit aber auch Direktheit in der Anrede und im Urteil zogen die Menschen an und halfen ihnen zur Selbsterkenntnis und zur Rückkehr auf den gottgewollten Weg.

Auch die drei Klöster auf der Chalkidiki lebten von seiner Führung und Wegweisung, aber auch seinen Gebeten: die beiden Frauenklöster des hl. Evangelisten Johannes, des Theologen in Souroti und des hl. Vorläufers Johannes in Metamorphosi sowie das Männerkloster des hl. Arsenios, dessen Ort in der Gemarkung Batopaidi in der Nachbarschaft von Ormilia der selige Gerontas selbst ausgewählt hat. Glücklicherweise können wir heute viele seiner Weisungen in den gesammelten Schriften nachlesen und auf uns selbst beziehen.

Sein durch Askese, schwere Arbeit, strenges Fasten und Gebet, aber auch Krankheiten geschwächter Leib erkrankte schließlich so schwer, dass er den Athos verlassen musste. Nach einer halbjährigen Leidenszeit mit Krebs, Operationen und Therapien starb er am 12. Juli 1994 im Alter von 70 Jahren im von ihm gegründeten Kloster in Souroti, in dem er auch bestattet wurde. Nun ist seine von zahllosen Pilgern täglich besuchte Ruhestätte das Grab eines Heiligen unserer Orthodoxen Kirche, auf dessen Fürsprache wir Gläubigen leben und Gott sich unser erbarmen möge.

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!